Logo transparent.png
Fragen, Hilfe und Kontakt
  • Xing Social Icon
  • Instagram
  • LinkedIn Social Icon

Datenschutz             Impressum

Spielnahes Passspiel in der Passraute

Praktische Trainingskonzepte

  • 15 Variationen in der Passraute

  • 7 Variationen zum verdeckten Doppelpass

  • Spiel in die Tiefe

  • Spielformen in der Passraute

  • Trainingsformen mit Torabschluss

  • Detailcoaching für Passspieler und Passempfänger

Autor: Steven Turek

Redaktion: Peter Schreiner

Layout: Oliver Schreiner

Herausgeber: Institut für Jugendfußball

Seiten: 45

Abbildungen: 39

Vorwort von Steven Turek

 

Liebe Trainerinnen, Liebe Trainer,

 

Passspiel ist eines der - wenn nicht sogar das - fundamentalsten Elemente im Fußballtraining. Egal ob Pässe im Spielaufbau, zum Beispiel: von einem Innenverteidiger auf einen zentralen Mittelfeldspieler oder im vorderen Drittel, als tödlichen Pass in den Strafraum – ein gutes Passspiel ist für jeden Spielstil und jede Spielweise sehr wichtig.

Ein Pass ist allerdings viel mehr als nur ein rein technischer Ablauf mit einem Zuspiel von Spieler A zu Spieler B. Sowohl der Spieler am Ball, als auch der Empfänger des Passes steht in jeder Situation unter anderen taktischen Einflüssen – mal kommt ein Gegenspieler von hinten, mal muss zunächst ein Raum geöffnet werden, um einen Spieler anzuspielen. Diese Umstände so spielnah wie möglich abzubilden, ist Aufgabe des Passspieltrainings.

Dieses Buch möchte jedem Trainer Grundsätze und Coachings an die Hand geben, mit denen effektiv und spielnah Passspiel trainiert werden kann. Nach diesen theoretischen Ideen rund um das Thema Passspiel (die auch für viele andere Formen genutzt werden können!), folgen unterschiedliche Trainingsformen, die alle in einer Organisationsform stattfinden – der Passraute. Mit Hilfe dieser einfachen Organisation lassen sich schnell und effektiv viele unterschiedliche Varianten des Passspiels spielnah trainieren. Darauf aufbauend kann diese Organisationsform für unterschiedliche Spielformen, mit unterschiedlichen Gruppengrößen, genutzt werden. Hierfür finden Sie ebenfalls eine Auswahl in diesem Buch!

 

Ich hoffe, dass ich dazu beitragen kann, dass Sie das Passspiel Ihrer Spieler nachhaltig verbessern und zu optimieren,

Steven Turek

Passspiel in der Passraute (Ausschnitt)

Vor der Annahme orientieren 

Um am Ball eine möglichst intelligente Entscheidung treffen zu können, ist es notwendig, die Situation rechtzeitig umfassend wahrzunehmen. Jeder Spieler sollte sich daher vor der Ballkontrolle orientieren und durch regelmäßiges Umhersehen, bzw. Schulterblicke die für seine Spielentscheidung wichtigen Informationen erfassen. Allerdings muss er darauf achten, dass er im Moment, in dem ein Mitspieler am Ball ist, anspielbar ist.

Beispiel: In der Abbildung rechts sind 6 und 8 zentrale Spieler. 4 ist am Ball. In diesem Moment müssen (im Optimalfall) beide anspielbar sein. Ist der Pass unterwegs zu einem anderen Spieler (1) müssen sich 6 und 8abgestimmt neu positionieren und sich zusätzlich durch den Schulterblick orientieren. Gleiches gilt bei Pass 2. In dem Moment, in dem 7 am Ball ist, muss eine Anspielstation geschaffen sein und eine Orientierung stattgefunden haben. Es gilt der Leitsatz: „Orientieren, wenn der Ball unterwegs ist“.

Grundsatz Vororientierung.jpg

"Technik bedeutet nicht, den Ball 1000-mal hochhalten zu können. Dann kannst du zum Zirkus gehen. Technik bedeutet, den Ball mit einer Berührung zu passen, mit dem richtigen Tempo, in den richtigen Fuß deines Mitspielers" - Johan Cruyff

Trainingsform in der Passraute

 

Ablauf: A dribbelt an und spielt einen Pass auf C. B läuft über diesen Ball und bietet sich an. C spielt den Ball direkt auf B. Mit diesem Pass startet D in die Tiefe und bekommt den Ball direkt von B und schließt auf das ballferne Tor ab. Im nächsten Schritt dribbelt C mit einem neuen Ball an. A startet ihm entgegen. Der Pass wird von C auf F gespielt. A läuft über den Ball und wird direkt von F angespielt. A spielt direkt auf die ballferne Schnittstelle auf E. E schließt auf das ballferne Tor ab.

 

Positionswechsel: Alle Spieler bleiben an ihren Positionen. An den Anfangspunkten wechselt nach jeder Aktion die Aufgabe. Genereller Positionswechsel erfolgt nach einer Zeitvorgabe.

 

Coaching: Diese Variation kann als Dauerbetrieb organisiert werden. Dazu genügend Bälle bereitlegen und auch bei zunehmender Ermüdung hohes Tempo mit und ohne Ball fordern.

Trainingsform in der Passraute II

Ablauf: A dribbelt an und spielt den Ball in den Lauf von B. Mit diesem Pass löst sich E zum hinteren Dummie und bekommt den Ball direkt zugespielt. E spielt den Ball direkt auf den zum rechten Dummie startenden A. A spielt den Ball direkt in den Rücken von E auf B, der den Ball zu einer oberen Position mitnimmt. Die Kombination wird von der anderen Seite gespielt und A und B positionieren sich, jeweils auf ihrer Seite, hinter D und E. E kehrt auf seine Position zurück.

 

Coaching: Gefordert ist das maximale Lauf- und Balltempo. Bei einem 

2-Kontakt-Spiel nimmt der ballferne Fuß den Ball an und der ballnahe Fuß spielt den 2. Kontakt. Bei geforderten Direktspiel immer den dummiefernen (also gegnerfernen) Fuß anspielen.

Trainingsform in der Passraute III

Ablauf: Im markierten Feld wird 3 gegen 3 plus je einen neutralen Anspieler an den Außenseiten gespielt. Spieler im Feld dürfen drei Kontakte spielen. Die Außenpositionen spielen direkt. Punkte werden erzielt, indem eine Mannschaft zehn Pässe untereinander spielt ohne, dass ein gegnerischer Spieler den Ball berührt. Bei Ausbällen spielt der Trainer neue Bälle ein.

 

Coaching: Durch das Direktspiel auf den Außenseiten soll der Ball möglichst innerhalb des Feldes gehalten werden und nur bei Gegnerdruck die Anspieler einbezogen werden. Wird ein Anspieler angespielt, muss bereits ein Mitspieler anspielbar sein. Spieler im Feld sollen ohne Gegnerdruck andribbeln.